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Das ganze Leben - ein Mosaik?

Mosaik ist für mich nicht nur eine An- und Inneinanderlegung von einzelnen Steinen.

Das Mosaiklegen ist dem Puzzlelegen sehr ähnlich, doch anders wie beim Puzzle sind die Einzelteile des Mosaiks nicht passgenau vorgefertigt. Beim Puzzle steht das Bild fest und hat jedes Teil unverrückbar seinen vorgegebenen Platz. Die Gestaltung eines Mosaiks kann sich zwar auch nach einer bestimmten Vorgabe richten, jedoch geschieht der Weg dahin in der gestalterischen Freiheit jedes einzelnen von uns.

Die Suche nach dem richtigen Platz für jeden Stein animiert unser schöpferisches Denken und unsere Intuition. So findet sich für Stein um Stein der richtige Platz und ein Kunstwerk formt sich Stück für Stück zum Gesamtbild.

Schon bei diesen einleitenden Gedanken wurden mir die Parallelen von Mosaik zum Leben deutlich.

Jede Entscheidung, ein Bruchstück passend anzubringen, erfordert Aufmerksamkeit. Der Blick fürs Detail wird geschult, das Bewusstsein sensibilisiert. Hat man sich dann bewusst entschieden und einen Stein gelegt, nehmen die Dinge ihren Lauf. Ein Stein passt zum anderen und ständig werden neue Möglichkeiten sichtbar. Man ist auf seinem Weg. Nie sollte man beim Legen der Steine Wege unterbrechen. Kommt man an zweifelhafte Punkte, ergibt sich eine Kreuzung. Man steht erneut vor einer Entscheidung. Welche Richtung schlägt man ein? Was passiert, wenn ich den Stein so oder so lege? Der Zweifel darüber bildet die Brücke für die Entscheidung. Wichtig ist, den Weg nicht zu unterbrechen; allein die Richtungsänderung zählt. Wenn die Situation ausweglos erscheint, ist es Zeit für eine Pause. Man nimmt Abstand, betrachtet die Situation von Aussen und kann somit die Situation neu überdenken und neue Lösungen werden in den Sinn kommen. Durch den Abstand vom Objekt bekommt man eine andere Sichtweise. Der Blickwinkel hat sich geändert. Dieser neue Blickwinkel eröffnet neue Wege, die aus der vorigen Sicht unsichtbar waren.

Eine Freude ist es, grosse Steine/Schritte weiterzukommen. Ein grosser Stein, erfordert Mut. Das Ziel kann leicht näher rücken, aber das Risiko etwas Unwiderrufliches oder Falsches zu tun ist gross. Der grosse Stein bedeutet eine eindeutige, klare Richtung für das gesamte Schaffen. Hat man eine grosse Entscheidung getroffen ist es manchmal nicht einfach, dem eingeschlagenen Weg konsequent zu folgen. Die Angst vor unbekannten Folgen kann lähmend sein.

Ohne Mut zum Risiko wären manch grossartige Dinge aber nie geschaffen worden!

Gegen Ende des Mosaiks werden die Möglichkeiten der passenden Steine geringer. Die meisten Steine liegen an ihrem vorbestimmten Platz. Die Persönlichkeit des Objekts ist zu spüren. Wenige Lücken gilt es noch zu füllen. Das mittlerweile geschulte Auge findet ohne Mühe die passenden Steine. Alle Steine sind nun am richtigen Platz. Durch das Fugen der entstandenen Wege, werden noch einmal alle schwierigen Situationen in Erinnerung gerufen. Die Fugen geben dem Objekt seinen letzen Schliff. Ist man sichtbar auf seinem Weg geblieben, hält die Harmonie Einzug in das Gesamtwerk.

Das wunderbare Gefühl (Zufriedenheit) etwas Harmonisches, Richtiges geschaffen zu haben, ermöglicht dann den Blick auf etwas Neues.

mosaik

Jedes Ende ist ein neuer Anfang

Heike Panzer

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